Aktuelles aus der Wissenschaft |
| 2007 - das zweitwärmste Jahr in der Schweiz |
| Nord- und Ostsee werden wärmer |
| Golfstrom: Mögliche Auswirkungen durch globale Erwärmung |
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2007 - das zweitwärmste Jahr in der SchweizBern - Bereits gut zwei Wochen vor dem Jahresende zeichnet sich ab, dass 2007 das zweitwärmste Jahr seit Beginn systematischer Messungen vor 150 Jahren in der Schweiz ist. Der Wärmeüberschuss betrug 1,74 Grad. 1994 war es 1,86 Grad zu warm - der Rekord.2007 war damit noch leicht wärmer als 2003 mit seinem denkwürdigen Hitzesommer, wie MeteoSchweiz am Freitag mitteilte. Die große Wärme kam durch das Wetter in der ersten Jahreshälfte zustande. Die Monate Januar und April brachten Rekord-Monatsmitteltemperaturen. Sowohl der Winter als auch der Frühling waren so warm wie noch nie seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen. Zur Jahresmitte hin wurde schließlich das bei weitem höchste je erreichte 12- Monatsmittel verzeichnet. |
Nord- und Ostsee werden wärmerAnchovis, Meerbarbe, vereinzelt sogar Schwertfisch - diese typischen Arten aus dem Mittelmeer oder dem Golf von Biskaya finden sich immer häufiger in den Netzen von Ostseefischern. Zufall oder Folge einer Erwärmung der Ostsee? lautet die Frage. Für eine Antwort analysierten Forscher vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und von der Technischen Universität Dänemarks (DTU) in Kopenhagen, Temperaturdaten aus 140 Jahren. Insgesamt vier Messreihen dokumentieren Temperaturen an der Wasseroberfläche in vier küstennahen Gebieten der Nord- und Ostsee: vor den Niederlanden (Marsdiep), vor Norwegen (Torungen) und Dänemark (Skagen in der Nordsee und Christiansoe in der Ostsee). Die Daten sind von 1861 beziehungsweise von 1880 an täglich von Feuerschiffen unter definierten Bedingungen erhoben worden. "In der Fachwelt wusste man, dass solche belastbaren Langzeitdaten existieren", sagt Dr. Doris Schiedek vom IOW, "doch bis auf die holländische Messreihe hat sie noch niemand unter dem Gesichtspunkt eines möglichen Klimawandels ausgewertet." Gemeinsam mit ihrem Kollegen aus Kopenhagen, Prof. Dr. Brian MacKenzie publizierte die Biologin Dr. Schiedek diese Erkenntnisse im Fachblatt "Global Change Biology", Heft 13 (2007). Was erbrachte die Analyse der Daten? Sie offenbaren zum einen, dass bereits in den vergangenen Jahrzehnten Klimaschwankungen aufgetreten sind, mit einer warmen Periode um 1940-50. Seit Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts ist jedoch ein Anstieg der Wassertemperaturen, vor allem in den Sommermonaten, festzustellen, der nach Auskunft von Schiedek alles übertreffe, was bisher gemessen wurde. "In der Zeit von 1985 bis 2000 ist der Mittelwert der Wassertemperatur in den Monaten Juli bis September um insgesamt 1,4 Grad gestiegen." Damit ist der Anstieg dreimal so hoch wie die vom UNO-Klimabericht prognostizierte globale Erwärmungsrate von 0,03 Grad pro Jahr.Dr. Schiedek: "Auch der UNO-Klimarat hat darauf hingewiesen, dass Europa sich schneller erwärmt als die Erde als Gesamtheit und dass sich der Temperaturanstieg in den letzten 12 Jahren beschleunigte. Unsere Ergebnisse korrespondieren also mit diesen Einschätzungen." Die Auswertungen der Langzeitdaten aus Nord- und Ostsee zeigten nach den Worten von Dr. Schiedek neben dem ausgeprägten Temperaturanstieg, auch die Zunahme extrem warmer Sommer und ebenso extrem milder Winter. Was bedeutet die Erwärmung für das Leben in der Ostsee? |
Golfstrom: Mögliche Auswirkungen durch globale ErwärmungDer Golfstrom ist eine warme Meeresströmung im Atlantik, die durch seinen Wärmetransport große Teile West- und Nordeuropas mit milderen Klima versorgt, als aufgrund ihrer geographischen Breite zu erwarten wäre. Die globale Klimaerwärmung könnte ein Abbrchen der Strömung zur Folge haben, was eine dramatische Veränderung der Klimaischen Bedingungen in Europa nach sich zöge.
Der Golfstrom entsteht aus der Vereinigung von Floridastrom und Antillenstrom nördlich der Bahamainseln. Er verläuft zunächst als breites Band entlang der Nordamerikanischen Küste. Auf der Höhe der Carolinastaaten (US-Bundesstaaten) fließt er durch das Nordamerikanische Becken in den offenen Atlantik. Dort trifft er auf den deutlich kälteren Labradorstrom und wird dadurch in Richtung Osten abgelenkt. Auf den Weg nach Europa verzweigt er sich immer mehr. Er entsteht durch die atmosphärische Zirkulation und die Corioliskraft. Sein Ursprung liegt im Floridastrom, der vom Südäquatorialstrom kommend dem Golf von Mexiko durch die Meerenge zwischen Kuba und Yukatan betritt. Durch diese Meerenge wird das Wasser beschleunigt. Diese Strömung durchfließt danach den Golf, zwängt sich weiter durch die Floridastraße, wobei viel Wärme gespeichert wird. Die weitere Zugbahn des Floridastromes liegt entlang der nordamerikanischen Küste, da die Küste wie eine Staumauer für den Passatwind ist. Bei Kap Hatteras löst sich der Golfstrom nun von der Küste als Strahlstrom, da dort die Druckverhältnisse am größten sind. Der Strom wird instabil, er mäandriert und Ringe lösen sich vom Golfstrom. Etwa 1500 km später verliert sich die Strahlwirkung. Vor der Küste Neufundlands trifft er mit dem kalten Labradorstrom zusammen, wo er durch die Corioliskraft Richtung Europa getrieben wird. Die Bezeichnung Nordatlantikdrift ist nun zutreffender. Durch diesen langen Transportweg, spalten sich Teile ab und driften vom Hauptstrom in andere Richtungen ab. Dadurch wird die transportierte Wassermasse geringer und durch den Verdunstungsprozess verliert das Wasser an Wärme. Dennoch bringt diese Strömung noch genügend Energie nach West- und Nordeuropa und sorgt für ungewöhnlich mildes Klima. Ein weiterer wichtiger Faktor des globalen Wärmeaustauschbandes ist die atlantische Zirkulation, die am nördlichen Ende der Schleife liegt. Das Dichtemaximum von Wasser liegt bei 4°C, jedoch mit zunehmendem Salzgehalt werden die Temperaturen tiefer. Dieses dichtere, kältere und salzreichere Wasser sinkt ab und zieht das wärmere Wasser nach Norden. Auf dem Weg nach Norden verdunsten Teile des vom Golfstrom transportierten warmen Wassers. Dadurch wird die Salzgehalt des Wassers im Golfstrom erhöht, wodurch das Wasser im Nordatlantik schwerer wird als das umgebende Wasser und daher zu sinken beginnt. Dort wird die Nordatlantikdrift Teil des Nordatlantik-Tiefenwassers, einer südwärts gerichteten Meeresströmung. Diese Strömung/Strömungsverhalten bewirkt in Nord- und Mitteleuropa, dass dort die Vegetation deutlich vielfältiger sind und bessere Bedingungen für Ackerbau und Viehzucht herrschen als in Nordamerika auf denselben Breitenkreisgebiet. Dort herrscht Tundra vor und es leben nur stark angepasste Tiere in diesem Bereich. Ein weiterer positiver Aspekt durch diese warme Meeresströmung, liegt für den europäischen Raum in der Schifffahrt. Da dort die Häfen eisfrei bleiben und weiter geschifft werden kann. Durch die globale Klimaerwärmung könnte es sehr wahrscheinlich dazu kommen, dass der beschriebene Absinkmechanismus aus dem Gleichgewicht kommt. Süßwasser, das durch die Erwärmung von der arktischen Polkappe abschmilzt, könnte den Golfstrom verdünnen und die Dichte des Wassers so stark verringern, dass es nicht mehr absinkt. Das Resultat wäre ein Abbrechen des Golfstromes, was einen massiven Klimawechsel zu Folge hätte. Diese Szenario diente als Grundlage für den Actionfilm The Day after Tomorrow, der die Auswirkungen einer Umleitung des Golfstroms dramatisiert. |
